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Tatort Felsenkeller

Schüler des MGF-Gymnasiums drehen mit den „Buschklopfern“ einen Film zur Belagerung der Plassenburg durch die Franzosen an Originalschauplätzen.

Der Felsenkeller der Gaststätte „Zum Seelöwen“ - vor 203 Jahren ein Treff höchster Brisanz. Denn in diesen Keller ist der Kulmbacher Bürgermeister Löw von dem französischen Militärgouverneur Le Grand massiv unter Druck gesetzt worden: Er möge ihm den Geheimgang verraten, der von der Burg in einen der Felsenkeller führt, sonst werde die Stadt von den Besatzern zerstört. Hintergrund der Erpressung: Die napoleonischen Truppen, die die Preußen auf Plassenburg einen Belagerungsgürtel gezogen haben, wollten nicht erleben, dass sie über einen geheimen Stollen Reißaus genommen hätten. Und der „Seelöwen“-Keller führt wie kein andere tief in den Festungsberg hinein.

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Felsenkeller der Gaststätte „Zum Seelöwen“: Viel Spaß haben die Schüler des MGF-Gymnasiums bei den Dreharbeiten. Von links: Jan Haas, Julian Froeba, Lorenz Trottmann (Kamera) und Torsten Grampp (Wachtmann). Daneben in der Rolle des französischen Militärgouverneurs: Rüdiger Baumann, recht davon Eberhard Einwag als Bürgermeister Löw.

Schüler des MGF-Gymnasiums haben im Rahmen der „Regionalen Begabtenförderung Oberfranken die 60 dramatischen Tage von Oktober bis November 1806 bis zur Besetzung und Schleifung der Plassenburg recherchiert und zusammen mit ihrem Geschichtslehrer Wolfgang Schoberth ein Drehbuch geschrieben. Ihr Filmtitel heißt: „Napoleon ante portas - Napoleon vor den Toren“. Das stimmt zwar nicht hundert prozentig, weil der Kaiser der Franzosen bei seinem Vorstoß nach Jena und Auerstedt an Kulmbach vorbei zieht und vor Bayreuth lagert, doch immerhin ist es sein Bruder Jeróme, der die Plassenburg belagert und dabei Quartier im Schloss Steinenhausen aufschlägt Mittlerweile sind fast alle Spielszenen im Kasten, bei denen neben den Buschklopfern auch MGF-Theatergruppe und Hubert Burczek ihr Talent eingebracht haben. haben. Gedreht wurde überwiegend auf der Plassenburg, denn der Plot wird aus Sicht der Belagerten, d.h. der Preußen erzählt, denen auch die Sympathie der Filmmacher gilt, wie sie freimütig zugeben: „Man kann die tapfere Gegenwehr der 600 Mann starken Plassenburg-Regiments unter Generalmajor von Uttenhofen nur bewundern; vor allem auch, mit welch aufrechtem Haupt sie in Gefangenschaft gehen“, meint Schoberth. Entsprechend kommen die französisch-bayerischen Besatzer schlecht weg. Beispiel Kunst- und Archivraub: In einer Spielszene wird gezeigt, was dem Geheimen Hausarchiv der Hohenzollern und ihrer berühmten Ahnengalerie auf der Plassenburg widerfährt – und welch bescheidene Reste sich heute auf der Burg befinden.

Momentan laufen die letzten Dreharbeiten, denn der Film muss bald fertig sein: Am 10. Juni wird fertige Film im Kulmbacher Rathaus der Öffentlichkeit vorgestellt.

Wolfgang Schoberth