Was bedeutet musischer Zweig?
Der musische Zweig ist eine von sechs Ausbildungsrichtungen an den bayerischen Gymnasien. (humanistisches Gymnasium, sprachliches Gymnasium, naturwissenschaftlich-technologisches Gymnasium, Wirtschaftsgymnasium und sozialwissenschaftliches Gymnasium)
Aktuell gibt es in Bayern 52 Gymnasien, die ab der 5. Klasse den musischen Zweig anbieten durften. In Oberfranken sind es momentan fünf Schulen.

Was sind die Kennzeichen des musischen Zweiges?
Die Kinder des musischen Zweiges erhalten einen intensiveren Kontakt mit dem Fach Musik. Ab der 5. Klasse lernen  sie ein Instrument ihrer Wahl, ab der 8. Klasse werden sie auch noch zusätzlich musisch (z.B. Kunst, Tanz, Musikprojekte) gefördert.

Welches Instrument kann man als Pflichtinstrument am musischen Gymnasium wählen?
Im Prinzip sind alle Instrumente, die in einem Orchester vorkommen und die man an einer Musikhochschule studieren kann, am musischen Gymnasium wählbar. Folgende Instrumente sind an unserer Schule zugelassen:
Streicherbereich:
Violine, Viola, Violoncello, Kontrabass
Bläserbereich:
Querflöte, Blockflöte (Sopran und Alt), Oboe, Klarinette, Saxophon, Trompete, Posaune, Waldhorn, Tuba
Tasteninstrumente:
Klavier, Orgel, Cembalo, Akkordeon
Zupfinstrumente:
Klassische Gitarre
Im Einzelfall können auch andere Instrumente gewählt werden.
Schlagwerk:
Perkussion (u.a. drumset, Pauken, Malletinstrumente)

Das Fach Gesang (statt eines Musikinstruments) ist nicht zugelassen.

Haben die Schüler des musischen Zweiges mehr Unterrichtsstunden?
Nein. Die Stundentafel weicht in Jahrgangsstufe 5-7 von den nichtmusischen Zweigen nur in der Verteilung der Fächer minimal ab. Die Instrumentalstunde wird in Jahrgangsstufe 5-7 statt einer dritten Sportstunde erteilt.

Ist die Wahl der 2. Fremdsprache frei?
Nein. Die zweite Fremdsprache (ab der 6. Klasse) ist im musischen Zweig mit Latein vorgeschrieben.
Die Schüler des musischen Zweiges haben ab der 8. Klasse keine dritte Fremdsprache bzw. weniger naturwissenschaftlichen Unterricht, dafür weiterhin die Instrumentalstunde, eine zweite Musikklassenstunde, eine Profilstunde in Kunst oder Musik und eine zusätzliche Sportstunde.

Kostet der musische Zweig den Eltern zusätzlich Geld?
Nein. Der Bayerische Staat unterstützt die instrumentale Ausbildung mit 0,4 Stunden Wochenstunden pro Schüler/in. In keinem anderen gymnasialen Ausbildungszweig gibt es einen so individuellen Hauptfachunterricht in Kleingruppen (2er bzw. 3er Gruppe) wie im musischen Zweig.

Gibt es Voraussetzungen für den musischen Zweig?
Der musische Zweig beginnt eigentlich voraussetzungslos.
Für den Eintritt in die Jahrgangsstufe 5 des musischen Zweiges werden keine instrumentalen Fertigkeiten und kein musiktheoretisches Wissen vorausgesetzt, wohl aber Freude und Begabung im musischen Bereich. Es können sich also selbstverständlich auch Schüler, die noch kein Instrument spielen, für den musischen Zweig anmelden.
Die Musiknote des Übertrittszeugnisses sollte nicht schlechter als Note 2 sein. Sonst gelten die üblichen Aufnahmebedingungen. Bei Unsicherheit kann auch in einem Beratungsgespräch an den Schulen vor Ort geholfen werden.
Auch beim musischen Zweig gilt: Um den Zweig erfolgreich zu absolvieren ist eine gewisse Ernsthaftigkeit und Übekonstanz erforderlich.

Kann man den Zweig wechseln?
Bis zum Ende der 7. Klasse können Kinder des musischen Zweiges immer noch problemlos in alle anderen Zweige umsteigen, da der sprachliche und naturwissenschaftlich-technologische Zweig erst ab der 8. Jahrgangsstufe beginnt.
Umgekehrt kann ein Kind in den musischen Zweig nur „aufspringen“, wenn es vergleichsweise instrumentale und musiktheoretische Fertigkeiten mit denen eines Schülers, der in der 5. Klasse im musischen Zweig begonnen hat, verfügt und Latein als zweite Fremdsprache gewählt hat.
Wie alle Zweige am Gymnasium endet auch der musische Zweig am Ende der 10. Klasse bzw. im G9 am Ende der 11. Klasse.