Planetarische Nebel zählen mit zu den beeindruckendsten Objekten am Himmel mit einer Fülle verschiedenster Formen. Das Spektrum geht dabei von einfachen, kugelförmigen Blasen über Doppel- und Dreifachhüllen bis hin zu irregulären Erscheinungsbildern. Wie entstehen nun diese leuchtenden Nebel?
Bedingung für die Bildung ist zunächst ein Roter Riese im Endstadium seiner Lebensphase. Bis dahin umgibt er sich bereits durch ständigen Masseverlust (Sternwind) mit einer expandierenden Gashülle. Diese Hülle ist innen viel dichter als außen, weil mit zunehmenden Alter die Leuchtkraft des Sterns und damit sein Masseverlust ansteigt. Irgendwann hat der Riesenstern durch die Energie des Wasserstoffschalenbrennens seine komplette Hülle abgestoßen.


Diese Aufnahmen des Chandra-Röntgensatelliten zeigt den Planetarischen Nebel BD+30 3639 in 5000 Lichtjahren Entfernung. Man sieht rechts eine sich ausdehnende, 3 Millionen Kelvin heiße Gasblase mit 100-fachem Durchmesser des Sonnensystems. Sie entstand durch einen Roten Riesen, der an seinem Lebensende seine gesamte äußere Hülle abgestoßen hat. Die dabei entstandene Schockwelle führte zur Aufheizung der Gasblase. In ihr verborgen ist der Rest des ehemals sonnenähnlichen Sterns, ein Weißer Zwerg (linkes Bild im nahen Infrarot).

Da dem Reststerns das "Brennmaterial" ausgeht, zieht die Gravitation ihn zusammen und seine Temperatur steigt weiter an. Ab etwa 30 000 K wird soviel UV- Strahlung freigesetzt, daß die Gaswolke ihre "Beleuchtung" einschaltet (die Gaswolke absorbiert die vom Zentralsternausgehende Strahlung), es ist ein Planetarischer Nebel entstanden. Diesen kann man nun für vielleicht 50 000 Jahre bis 100 000 Jahre bewundern. Schließlich wird er so verdünnt sein, dass man das vom Gas emittierte Licht nicht mehr beobachten kann. Übrig bleibt nur ein sich langsam abkühlender Weißer Zwerg.


Der Helix-Nebel (NGC 7293) ist wohl der hellste und mit ca. 650 Lichtjahren nächstgelegene planetarische Nebel.


Im planetarischen Nebel NGC 3132, Sternbild Luftpumpe, +8,20m, 2.000 Lj, D=0,5 Lj kann man den Verursacher schön erkennen. Aber bitte nicht täuschen lassen, denn nicht der größere Stern im Zentrum ist es, sondern der etwas kleinere Stern im Hintergrund. Es handelt sich dabei um den weissen Zwerg HD 87892. Er hat ungefähr die Größe unserer Erde und ist nur deshalb zu sehen, weil er extrem heiß ist und seine ultraviolette Strahlung ihn in diesem Falschfarbenbild erstrahlen lässt. Der Vordergrundstern (Doppelsternsystem) scheint aber auch schon am Ende seiner Zeit angekommen zu sein. Falls er ebenfalls seine Hülle abwirft, dann kommt es zu einem weiteren Ringgebilde. Dann ist damit zu rechnen, dass in ferner Zukunft diese Gase und Stäube zusammen die Grundlage von neuen Sternen und evtl. auch Planeten seien werden.


Im Sternbild Vulpecula (Füchschen) findet man den Planetarischen Nebel M 27, genannt Dumbbell- Nebel. Er entstand vor etwa 3000 bis 4000 Jahren.
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Sein Zentralstern ist ein blauweißer Zwerg mit einer Oberflächentemperatur von 85 000 K. Der Nebel ist etwa 1200 Lichtjahre entfernt und der erste überhaupt entdeckte Planetarische Nebel.


Der Eskimo-Nebel NGC 2392


Der wohl berühmteste Planetarische Nebel ist der Ringnebel M 57 (NGC 6720) im Sternbild Leier. Der Nebel hat einen Durchmesser von etwa einem Lichtjahr und ist 2000 Lichtjahre entfernt. Die blauen Farben zeigen heißes Helium an, grün ionisierten Sauerstoff und rot ionisierten Stickstoff. Das Gas leuchtet, weil der Zentralstern sehr intensive UV-Strahlung emittiert. Er selbst hat eine Oberflächentemperatur von 120 000 K.


Der planetarische Nebel NGC 6543


Der planetarische Nebel NGC 6751

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Im Sternbild Cygnus (Schwan) findet man den Planetarischen Nebel NGC 7027. In rund 3000 Lichtjahren Entfernung zeigt uns dieses Beispiel nochmals sehr deutlich, welches Schicksal auch unserer Sonne eines Tages bevorsteht. Auch dieser Stern hat sich, nachdem er sich zuvor zum Roten Riesen aufblähte, nun der "überschüssigen" Materie entledigt. Übrig geblieben ist ein Weißer Zwerg (heller Fleck nahe der Bildmitte), der durch die enorme UV- Strahlung seine ehemalige Hülle zum Leuchten anregt.


Der Spirograph-Nebel

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