Venus

Der Radius und die Masse der Venus sind den entsprechenden Werten der Erde vergleichbar. Venus würde unserem Heimatplaneten am meisten ähneln, wäre sie nicht von einer am Boden extrem heißen und dichten Atmosphäre umgeben. Die noch vor mehreren Jahrzehnten vorgetragenen Spekulationen, Venus könnte lebensfreundliche Bedingungen bieten, haben sich als völlig verfehlt herausgestellt.
Äquatorradius: 6 056 km
Masse: 4,87 E24 kg
mittlere Dichte: 5,24 g/ccm
siderische Rotationsdauer: 243 d retrograt

Venus

Die Oberfläche der Venus liegt unter einer dichten Wolkenhülle verborgen. Sie wurde mit Hilfe von Radarstahlen durch die Raumsonde Magellan abgetastet. Das Bild zeigt, wie Venus ohne ihre Atmosphäre aussehen würde. Man unterscheidet als wichtige Formationen zwei große kontinentartige Terrae, Berge, Tiefebenen und weitläufig ausgedehnte Regionen. Auf der Venus existieren viele wohl erloschene Vulkane.
Die Terrae auf der Venus entsprechen den Kontinenten auf der Erde. Weil das Wasser der Erdozeane auf dem Venusboden aber nicht vorhanden ist, erscheinen sie als riesige Hochländer, die aus tiefer gelegenen Flächen herausragen. Das höchste und größte Hochland ist Isthar Terra.


Vulkan Maat Mons


Einschlagkrater

Die Venus wird von vielen Vulkankratern verschiedener Größe übersät. Unter allen Vulkanen ragen Rhea Mons und Maat Mons besonders hoch über ihre Umgebung empor. Beide Berge sind irdischen Schildvulkanen vergleichbar. Auf dem Bild erkennt man den etwa acht Kilometer hohen Vulkan Maat Mons. Im Vordergrund der aus Radardaten berechneten Computerdarstellung sind Lavaströme zu sehen. Manche Forscher halten es für möglich, dass Maat Mons auch gegenwärtig noch aktiv ist.
Einschlagskrater findet man weitaus geringer als auf dem Merkur. Offenbar war Venus in der Vergangenheit geologisch sehr aktiv, wodurch die Oberfläche intensiv umgeformt wurde. Die Einschlagskrater sind häufig in Kraterhaufen angeordnet. Die Erklärung für dieses Phänomen ist vermutlich in der dichten Venusatmosphäre zu suchen. Ein herannahender kosmischer Kleinkörper wird beim Eintritt in die Gashülle zersprengt, sodass nur noch Bruchstücke nahe beieinander liegende Gebiete der Oberfläche erreichen.

Atmosphäre
Im optischen Bereich des Spektrums leuchtet die Gashülle von Venus gelblich. Im UV-Licht kann man bänderartige Wolkenstrukturen beobachten. Die Venusatmosphäre setzt sich aus vielen Gasen zusammen, die auch in der Erdatmosphäre enthalten sind.
Kohlenstoffdioxid 96,4 %
Stickstoff 3,4 %
Wasserdampf 0,01 % (veränderlich)
Sauerstoff < 0,002 %
Spurengase (CO, Ar, He...) nachweisbar
Die untere Atmosphäre ist durch den Treibhauseffekt gekennzeichnet, der zu einer extremen Erwärmung führt. Am Boden beträgt die Temperatur nahezu 460 °C. Sie unterliegt keinen Tag- und Nachtschwankungen.
Zwischen etwa 50 und 70 km Höhe über dem Grund bildet sich eine geschlossene Wolkendecke, die hauptsächlich aus Tröpfchen konzentrierter Schwefelsäure besteht. Die Venusatmosphäre ist massereicher als die Erdatmosphäre, daher ist ihr Bodendruck 90-mal größer als der Normaldruck auf der Erde. Die Windgeschwindigkeiten in der obersten Schicht der Atmosphäre erreichen 400 km/h.

Aufbau Venus

Der innere Aufbau sollte dem der Erde weitgehend gleichen, da Erde und Venus nahezu den gleichen Radius und die gleiche Masse besitzen. Dies würde bedeuten, dass sich an eine obere Kruste ein Gesteinsmantel aus silikathaltigen Materialien und an diesen in Richtung Zentrum eine teilweise verflüssigte Eisenkugel anschließt.

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