Schüler der Q11 und Q12; die Lehrer OStR Beyerlein, OStRin Beyer, OStR Reuß, OStR Posel, OstRin i.BV Zwing und Schulleiter OStD Horst Pfadenhauer starteten um 8 Uhr am Sonntag den 25. September 2016 die zweitägige Exkursion Leipzig vom Q12 P-Seminar Geographie. Anschließend begann um 9:30 bei gutem Wetter unsere erste Führung im Pumpspeicherkraftwerk Bleiloch in Thüringen. Zuerst wurde uns ein Film über seine Entstehung vorgeführt. Wegen der Saalehochwasserkatastrophe am 24. November 1890 entschloss man eine Talsperre zu errichten, um sich vor weiteren Hochwässern zu schützen. Der Bau, der von der Aktiengesellschaft "Obere Saale" finanziert wurde, erfolgte daraufhin zwischen 1926 und 1932. Mit einer 65 m hohen und 225 m langen Gewichtsstaumauer werden 215 Millionen Kubikmeter Wasser der Saale gestaut, somit ist die Bleilochtalsperre der größte Stausee Deutschlands. Danach wurden wir in zwei Gruppen aufgeteilt, die unterschiedlich im Kraftwerk herumgeführt wurden.

Die Talsperre erfüllt vier Aufgaben: 1. Hochwasserschutz, 2. Energiegewinnung, 3. Wasserzugabe, 4. Tourismus. Nach einem Spaziergang durch das Innere der Mauer wurde uns im Maschinenhaus die Arbeitsweise des ganzen Systems erklärt. Wird Strom benötigt, erzeugt der durch eine Turbine angetriebene Motorgenerator bis zu 80 Megawatt. Die dazu erforderliche Leistung wird vom Wasser, das vom Ober- ins Unterbecken, Talsperre Burgkammer, fließt, geliefert. Nach der vollen Stromerzeugung arbeitet der Motorgenerator dann als Elektromotor, der die zwei Pumpen antreibt und so das Wasser wieder in das Oberbecken Bleilochtalsperre pumpt. Auf dem Lastaufzug, der uns wieder nach oben zum Betriebsgebäude brachte, war unser Rundgang um 11 Uhr zu Ende und mit einem Gruppenfoto machten wir uns auf den Weg zur nächsten Station.

Um 16 Uhr fing bei strahlendem Sonnenschein unsere Bootsfahrt auf dem Zwenkauer See an, südlich von Leipzig. Noch vor einigen Jahren war an der Stelle des Sees ein Braunkohletagebau. Als dieser schloss sollte das eher karge Tagebautal renaturiert werden und so legte man den Zwenkauer See an. Das 27m lange Boot auf dem wir diesen befuhren teilte sich unsere Exkursionsgruppe mit einigen anderen Passagieren. An Deck waren ein Kapitän und drei Angestellte, welche das Bordbistro betrieben, Bestellungen aufnahmen und Getränke und Essen brachten. Der Kapitän gab hier und da ein paar Informationen für interessierte Passagiere über den See per Lautsprecher durch. Die tiefste Stelle war 50m tief; es ragten noch Baumspitzen aus dem Wasser von Bäumen, die man vor der Flutung nicht gefällt hatte. Das Wasser war, wenn man es mit einer Flasche abschöpfte eindeutig orange, da es, wie der Kapitän erklärte, durch den Tagebau eisenhaltig war. Der Tagebau war auch der Grund dafür, dass das Wasser einen zu hohen Säuregehalt vorwies und daher regelmäßig Kalk zur Neutralisierung beigemengt werden musste. Als wir nach der Rundfahrt um 17:30 von Bord gingen waren wir durch lustige Gespräche, leckeres Essen und kalte Getränke hervorragend gestärkt und auch alle ein bisschen klüger.
Anschließend fuhren wir zu unserer Unterkunft in Leipzig, das Central Globetrotter Hostel. Der restliche Abend stand uns zur freien Verfügung.
Der zweite Tag der Exkursion begann um ca. 9.00 Uhr mit einer Fahrt in das Leipziger Neuseenland. Dafür wurde ein Reiseleiter organisiert, der uns auf der Fahrt allgemeine Details über Leipzig erzählte.
Am Zwenkauer See angekommen erfuhren wir, dass dort früher Braunkohle abgebaut wurde und deswegen viele Bewohner zwangsumgesiedelt werden mussten. Nach Einstellung des Braunkohleabbaus wurden in Leipzig künstliche Seen zur Rekultivierung des Landes angelegt. Dadurch entstand ein Seenverbund, der sowohl dem Hochwasserschutz als auch dem Tourismus dienen soll. Zu diesem Thema bekamen wir vom Reiseleiter immer wieder interessante Bilder gezeigt, die Leipzig vor und nach der Rekultivierung darstellten.
Das letzte Ziel der Exkursion war das Kohlekraftwerk Lippendorf.

Der 2,3 Mrd. Euro teure Bau entstand zwischen 1996 und 1999 und gehört den 2 Inhabern EnBW und Vattenfall.
Das Kraftwerk verbraucht bis zu 35000 Tonnen Kohle, die aus nahegelegenen Abbaugebieten stammt, und 60000 Kubikmeter Wasser pro Tag, wobei bis zu 2 x 920 MW Leistung erzielt werden können. Da das saubere Abwasser zur Wasserreinigung der Pleiße dient und die ca. 1500 Tonnen Gips, die täglich anfallen, weiterverarbeitet werden, entstehen im Kraftwerk kaum ungewollte Nebenprodukte.
Das Kraftwerk braucht nur 5% des erzeugten Stroms, um sich selbst zu versorgen. Bei der Energiegewinnung gehen „nur“ 53% der Energie verloren(der Bestwert aller Kraftwerke liegt bei 49%). Die wenigen Nebenprodukte und die Effizienz des Kraftwerks machen es zu einem der besten Kraftwerke Deutschlands
Abschließend besichtigten wir den Tagebau Schleenhain.

Bei der Fahrt durch den aktiven Tagebau bekamen wir einen Eindruck von der Dimension des Braunkohlenabbaus. Die im Tagebau Schleehain abgebaute Kohle dient der Belieferung des Braunkohlekraftwerks Lippendorf. Auch von der Infrastruktur eines Tagebaus konnten wir uns ein Bild machen. So fuhren wir direkt unter dem Massenverteiler durch, am Kohle Misch und Stapelplatz vorbei und an den kilometerlangen Förderbändern entlang, die die Kohle bis zum Kraftwerk transportieren. Dies war nochmal ein besonders interessanter Abschluss unserer Exkursion.