Beim German Young Physicists' Tournament (GYPT) treten Schülerinnen und Schüler in Teams aus zwei oder drei Jugendlichen gegeneinander an. Während ein Team ihre gefundene Lösung für eines der 17 gestellten physikalischen Probleme vorstellt, sucht das „gegnerische“ Team nach Schwachstellen in der Argumentation. Anschließend führen die Teams eine echte wissenschaftliche Debatte. Eine Jury aus renommierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie Lehrkräften beurteilt das präsentierende Team als auch das opponierende. Anschließend werden bei der folgenden Vorstellung der nächsten Problemlösung die Rollen aus vorstellendem Team und Opponent getauscht. Neben physikalischem Fachwissen und Präsentationsfähigkeit kommt es ebenso auf Teamgeist sowie Fairness an.

Das GYPT findet auf Englisch statt. Schließlich vertreten die Besten Teams Deutschland bei der Physik-Weltmeisterschaft, dem International Young Physicists´ Tournament (IYPT).

Zwei unserer Schüler, Konrad Friedrichs und Christian Flieger - beide aus der 10. Jahrgangsstufe - nahmen dieses Jahr die Möglichkeit wahr, sich an der Universität Bayreuth, einem von 3 bayerischen GYPT-Zentren, auf den Wettbewerb vorzubereiten. Ihre Berichte über ihre Erfahrungen und Eindrücke lesen sich wie folgt:

Christian:

"Zusammen mit Konrad habe ich am GYPT 2017 teilgenommen. Unser Standort war Bayreuth. Wir gingen dort fast jedes Wochenende hin mit viel Spaß am Forschen. Unsere Eltern haben uns dabei tatkräftig unterstützt und sind immer abwechselnd gefahren. Am Anfang haben wir uns stets verlaufen, denn das Universitätsgelände ist sehr groß.

Eingewiesen ins GYPT wurden von Jonas Landgraf, der auch unser Betreuer war. Wir lernten Prof. Zimmermann kennen, der das GYPT mit etwa 10000 EUR unterstützt. Zudem war er sehr nett und hilfsbereit und war erstaunt wie viele da mitmachen.

Vor dem ersten Forschungstag sollten wir uns über das Internet anmelden und uns zu Gruppen formieren. Dann sollten wir uns eines der 17 Projekte aussuchen, welches uns gefällt und an dem wir interessiert sind. Wir haben uns beide für die "Vakuum Bazooka" entschieden, jedoch musste jeder in der Gruppe einen anderen Versuch machen. Also entschied ich mich für "Spiral waves".

Am Anfang haben wir erst einmal darüber nachgedacht wie wir es anstellen sollen und waren überrascht davon, was man alles mit Physik anstellen und durchführen kann. Wir konzentrierten uns hauptsächlich darauf alles zu verbessern und zu optimieren. Die Betreuung durch Jonas Landgraf und Fabian Heller war exzellent, denn die beiden waren ständig in der Universität und wir konnten immer hin wenn es uns zeitlich gepasst hat. Auch das Besorgen von Materialien und Geräten die wir brauchten war kein Problem durch das bereitgestellte Geld. Außerdem waren beide Betreuer sehr nett und haben uns enorm geholfen, sei es bei den Versuchsaufbauten oder bei physikalischen Rechnungen.

Leider sind wir im internen Ausscheidungswettkampf nicht weitergekommen. Trotzdem hat es sehr viel Spaß gemacht und die Erfahrung war es wert einmal in einer Universität zu sein und dort auch über ein halbes Jahr zu können."

Konrad:

"Am ersten Tag vom GYPT haben wir uns mit allen Teilnehmern und den für unsere Aufsicht verantwortlichen Studenten getroffen und haben eine Führung durch das Gebäude NW II der Uni Bayreuth gemacht, in dem wir später unsere Arbeit verrichten sollten. Nachdem wir uns für je eine der Problemstellungen entschieden hatten (meine Wahl fiel auf die "Vakuum Bazooka", bei der es darum ging, die Geschwindigkeit eines Projektils, welches durch Unterdruck aus einem gewöhnlichen Staubsauger beschleunigt wurde, durch Optimierungen zu erhöhen und natürlich auch präzise zu vermessen.

Pro Sitzung an den Wochenenden haben wir etwa 4 Stunden an der Uni verbracht und haben in dieser Zeit versucht, die Ideen und Möglichkeiten, die wir zu Hause ausgetüftelt hatten, umzusetzen. Oft gab es hierbei jedoch unvorhersehbare Probleme, die dann vor Ort behoben werden mussten. Die nötige Recherchearbeit haben wir jedoch daheim verrichtet und dabei z.B. viele Videos über das Messen von extrem hohen Geschwindigkeiten geschaut.

Wir hatten wirklich Glück, dass die Uni Bayreuth uns für die Projekte insgesamt 10000 EUR zur Verfügung gestellt hat und so alle benötigten Komponenten wie z.B. Lichtschranken besorgt werden konnten.

In der Ausscheidungsphase haben sich wieder alle Betreuer und Teilnehmer getroffen und jeder Teilnehmer hatte 10 Minuten Zeit, die Jury, bestehend aus Betreuern, einem ehemaligen GYPT-Finalisten und Prof. Zimmermann, von seinem Lösungsvorschlag zu überzeugen. Zwischendurch gab es auch gemeinsames Essen in der Mensa. Am Ende der Präsentation wurde man von der Jury regelrecht mit Fragen bombardiert, diezum Teil wirklich schwer zu beantworten waren (z.B. Formelherleitungen). Nach der Bewertung jedes Einzelnen durch die Jury wurde dann entschieden, welche Teams zur Endausscheidung des GYPT in Bad Honnef weiterkommen.

Unterm Strich ist das GYPT eine großartige Möglichkeit sich näher mit Physik zu befassen und abseits des Schulunterrichts Spaß an der Physik zu finden. Besonders gefallen hat mir, dass einem wirklich keine Grenzen gesetzt sind: man kann herumexperimentieren wie einem zumute ist und einfach alles Erdenkliche ausprobieren um schlussendlich seine Lösung für die gewählte Problemstellung zu finden."

Wer Interesse daran hat in der kommenden Saison ebenfalls am GYPT mitzumachen wende sich bitte an Herrn Lormes.