Im Rahmen einer Werksführung mit dem Schülerforschungszentrum Oberfranken besuchten Luca Beetz und Hannes Näther zusammen mit ihrem Lehrer Herrn Lormes am vergangenen Buß- und Bettag das Unternehmen ConceptLaser in Schney bei Lichtenfels.

Die im Jahr 2000 von Frank Herzog gegründete Concept Laser GmbH gehört zu den weltweit führenden Anbietern von Maschinen- und Anlagentechnik für den 3D-Druck von Metallbauteilen. Seit Dezember 2016 ist Concept Laser Teil von GE Additive, einer Sparte des weltweit führenden digitalen Industrieunternehmens General Electric.

Nach einer Begrüßung um 9 Uhr durch Nicole Kuss und einer kurzen Vorstellungsrunde erhielten die anwesenden Schüler aus oberfränkischen Gymnasien im Konferenzraum anhand einer Präsentation einen Überblick über die Geschichte der Firma und das Portfolio ihrer Produkte.

ConceptLaser stellt Maschinen her, die in einem von ihr patentierten Verfahren, dem sogenannten Lasercusing, pulverbettbasiertes Laserschmelzen von Metallen für den 3D-Druck erlauben. Die Kunden von ConceptLaser stammen aus zahlreichen Branchen wie zum Beispiel der Medizintechnik (Gelenkprothesen, Zahnimplantate, plastische Chirurgie), der Luft- und Raumfahrttechnik (Thema Leichtbau und Bionik), dem Werkzeug und Formenbau, der Automobiltechnik und der Schmuckindustrie.

Momentan werden in Schney 400 Maschinen pro Jahr gefertigt, die Kapazitäten sollen aber in den nächsten Jahren für ein Volumen von 20000 Stück pro Jahr ausgebaut werden.

An die Unternehmenspräsentation schloss sich ein Firmenrundgang an. Zunächst wurden zwei Hallen der Inbetriebnahme besichtigt. Dort werden die Maschinen, die Zulieferer wie zum Beispiel die in direkter Nachbarschaft gelegene Firma Hofmann - die Möglichmacher mechanisch fertig aufbauen, mit der patentierten Laseroptik und der Materialzuführung vervollständigt.

Im Anschluss daran konnte die CAD-Konstruktionsabteilung besichtigt werden, deren Arbeitsweise sich nicht grundlegend von der in MGF-Lab unterscheidet. Es stellte sich heraus, dass ein guter CAD-Konstrukteur neben viel Erfahrung auch eine Menge Teamfähigkeit mitbringen muss, um sich mit den Mitarbeitern an der Werkbank, die die geplanten Werkstücke herstellen sollen, gewinnbringend auseinanderzusetzen.

Für ein reichhaltiges Mittagessen ging es danach wieder zurück in den Konferenzraum.

Die Abschlussrunde fand dann im Show-Room der Firma statt. Hier wurde am Vortag extra für die Besucher ein Druckjob mit 16 ca. 2cm hohen Minion-Figuren gestartet, der dann die Nacht über lief. Die anwesenden Schüler durften unter Staubmaske die Platte mit den Figuren aus dem Pulverbett holen und mit Pinsel und Staubsauger von dem Metallpulver, das in einer Körnungsgröße von 30 Micrometer vorlag, reinigen. Mittels Seitenschneider wurden die Figuren dann von der Trägerplatte und den beim Druck nötigen Stützstrukturen befreit. Wer wollte, konnte seinen Minion dann auch noch Sand- oder Glasstrahlen.

Um 14 Uhr endete die Veranstaltung, die bei allen Anwesenden einen tiefen Eindruck hinterlassen hat. Nicht nur die Beschäftigung mit einer neuartigen Technologie beflügelte die Schüler, sondern auch die Aussichten, die sich für zukünftige Ingenieurinnen und Ingenieure in einem weltweit agierenden Unternehmen, das mit einer äußerst zukunftsträchtigen Technologie direkt in unserer oberfränkischen Heimat verwurzelt ist, ergeben.

Ein Dank gilt an die Damen und Herren von ConceptLaser, die uns sehr fachkundig und geduldig alle Fragen beantwortend durch die Firma führten und Herrn StD Gagel, der diese Werksbesichtigung für das Schülerforschungszentrum organisiert hatte.