Im Rahmen des erstes Semesters der Junior Ingenieur Akademie besuchten die 16 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der achten Jahrgangsstufe am 12.12. das weltweit agierende Unternehmen M.A.i innovative automation in Neuses bei Kronach.

Die rund 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des seit 1991 bestehenden und aus der Firma Jürgen Hoffmann Automatisierungstechnik hervorgegangenen Unternehmens entwickeln und produzieren auf 8000 Quadratmetern hochkomplexe Automationsanlagen für die Bereiche Automobil, Medizintechnik, Elektronikfertigung, Kosmetik und Industrieanwendungen.

Unsere angehenden Jungingenieure konnten sich so ein Bild davon machen, wie Roboter und Automatisierungstechnik, die sie während ihres Kurses an unserer Schule in klein aufbauen und kennenlernen, großindustriell gefertigt und eingesetzt werden.

Nach einer kurzen Bahnfahrt begrüßte uns der Ausbildungsleiter Herr Geiger bei einem kurzen Imbiss und stellte die Firma M.A.i anhand einer kurzen Präsentation vor. Dabei erfuhren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der JIA, dass die Firma zwar aus Neuses stammt und dort auch weiterhin ihren Hauptsitz hat, inzwischen aber Niederlassungen in China, Rumänien und in den USA betreibt um näher an ihren weltweit verteilten Kunden sein zu können.

Im Anschluss an die Vorstellungsrunde und die Belehrung durch den Sicherheitsbeauftragten Herrn Meyer wurden die Schülerinnen und Schüler in drei Gruppen aufgeteilt, die für die folgenden 3 Stunden jeweils im Wechsel drei unterschiedliche Stationen durchliefen.

In der Ausbildungswerkstatt wurde den Schülerinnen und Schülern zunächst anhand des Beispiels "Tee kochen" erklärt, dass man unter Programmieren das exakte Beschreiben eines Ablaufs versteht. Und je klarer und detaillierter der Ablauf erfasst wird, umso eindeutiger lässt sich der Vorgang dann von einer (eigentlich dummen) Maschine durchführen. Im Anschluss daran ging es an den 6-achsigen Lernroboter der Firma ABB. Hier mussten die unsere Schülerinnen und Schüler mit Hilfe eines Bedienpads mit Joystick den Roboterarm vorsichtig einen Metallwürfel aufnehmen lassen und anschließend an eine vorgegebenen Position ablegen. Hier war viel Fingerspitzengefühl und dreidimensionales Denken verlangt!

An der zweiten Station wurde in einem Konferenzraum mit Hilfe des Profi-CAD-Programms SolidWorks ein Schlüsselanhänger designed. Die Schülerinnen und Schüler übten hier das erste Mal den prinzipiellen Umgang mit einer parametrischen CAD-Software und lernten Begrifflichkeiten der CAD-Konstruktion wie z.B. "Bedingung".

Für die dritte Station musste ein kleiner Fußmarsch in die Produktionshalle unternommen werden. Dort erwartete uns ein Zerspanungsmechaniker an seiner CNC-Fräse. Aufgabe hier war es, aus einem Aluminiumrohling den im Vorfeld entworfenen Schlüsselanhänger zu fräsen. Hierzu mussten die Schülerinnen und Schüler das Werkstück passgenau in der Maschine einrichten und den Fräsdurchgang starten. Nachdem die Oberseite des Anhängers fertig gefräst war, musste das Werkstück zunächst entnommen und mit Druckluft von Spänen und Schneidöl befreit werden um die Maßhaltigkeit von einem Tausendstel Millimeter (!) für den zweiten Fräsdurchgang zu gewährleisten. Beeindruckend hierbei war zu sehen, mit welcher Geschwindigkeit und Präzision die Maschine arbeitete und auch der Werkzeugwechsel (verschiedene Fräsen und Bohrer) automatisch ablief.

Nach rund 3 Stunden, die für alle Beteiligten viel zu schnell vergingen, gab es noch eine kurze Abschluss- und Feedbackrunde. Die Eindrücke waren für die Schülerinnen und Schüler überwältigend und so wurde von allen Seiten auch nicht mit Lob gespart.

Auf dem Weg Richtung Ausgang durften wir noch einen Blick in die Fertigung werfen und Automaten im Wert von mehreren Millionen Euro betrachten, die aktuell im Aufbau sind. Besonders beeindruckend war der Roboterarm, der groß wie en Zimmer und so kräftig war, dass er eine Last von 500kg durch den Raum wirbeln kann. Die Funktion von Sicherheitszäunen, die Menschen davon abhalten sollen sich im Bewegungsradius dieser Maschine aufzuhalten und gleichzeitig aber auch die Verantwortung, die die Programmierer dieses Roboterarms haben, wurde hier eindrucksvoll vor Augen geführt.

Nach der problemlosen Heimfahrt mit der Bahn hatte uns Kulmbach dann um 17:50 Uhr nach einem ereignis- und lehrreichen Tag wieder. Alle MGFler freuten sich hier schon auf den kommenden Dienstag, an dem uns Herr Geiger an der Schule besuchen wird um unsere handwerklichen Fähigkeiten in der Metallbearbeitung zu erweitern.

Wir bedanken uns an dieser Stelle nochmals bei unserem JIA Partner, der Firma M.A.i, für die Bereitstellung der zeitlichen und personellen Resourcen, die es unseren Teilnehmer der Junior Ingenieur Akademie ermöglicht hat, einen Einblick in die spannende Welt der Automatisierungstechnik werfen zu können. Ein herzliches Dankeschön im Speziellen gilt dem Ausbildungsleiter Herrn Geiger und seinem Team für die Vorbereitung und die schülernahe Durchführung unseres Besuchs im Hause M.A.i.