...war ein großer Erfolg

Pilotprojekts zum Studien- oder Berufseinstieg wird von Firmen und Institutionen stark angenommen

Neue Wege für Berufs- oder Studieneinsteiger bot heuer erstmals das Markgraf-Georg-Friedrich-Gymnasium Kulmbach. In Form eines Direkt-Bewerbungstags wurden als Zielgruppe alle Schülerinnen und Schüler, die ihre Schullaufbahn heuer oder im nächsten Jahr abschließen, angesprochen. Für sie standen am Samstagvormittag über 200 Stellen offen, die von 18 regionalen und überregionalen Firmen und Institutionen angeboten wurden. Die Chance zu einem direkten Bewerbungsgespräch nutzten daher auch zahlreiche Absolventen des MGF, aber auch anderer oberfränkischer Schulen. Insgesamt konnten am Samstagvormittag 60 Vorstellungsgespräche durchgeführt werden. In einer Art „speed dating“ konnten so potentielle Schulabgänger direkt mit den Firmen zusammengebracht werden.

Oberstudiendirektor Horst Pfadenhauer, der Schulleiter des Markgraf-Georg-Friedrich-Gymnasiums Kulmbach, begrüßte die Personalverantwortlichen der anwesenden Firmen und Institutionen bei einem kurzen Imbiss in der Cafeteria. Er bedankte sich vor allem bei Studienrat Dominik Kestel, der als Koordinator für Berufliche Orientierung diesen wichtigen Tag für die Schüler initiiert und organisiert hatte. „Mit dieser Aktion beschreiten wir bewusst Neuland. Wir wissen aber auch, wie groß der Bedarf bei vielen Firmen in der Region ist, geeignete Bewerber auf die zahlreichen freien Stellen zu finden“, so Pfadenhauer. „Deshalb lag es auch nahe, auf die seit 5 Jahren in Kulmbach stattfindende ABITURA als eine Art Vorinformationsbörse nun den logischen Schritt einer direkten Bewerbungsveranstaltung folgen zu lassen.“

Auch Dominik Kestel, bedankte sich bei den teilnehmenden Unternehmen für ihren Mut und die Experimentierfreudigkeit, bei diesem völlig neuen Konzept mitzugehen: „Anstatt zuerst eine Bewerbung in digitaler oder in Papierform vor sich zu haben, können an diesem Tag direkt junge, motivierte Menschen kennengelernt werden, die sich ganz gezielt auf offene Stellen beworben haben.“ Konkret geht es beim Bewerbungstag am MGF um die Vergabe von Studienplätzen im Bereich des dualen Studiums, aber auch um Ausbildungsberufe, die in der Regel Abitur erfordern, z.B. Euro-Industriekauffrau/mann.

Vorausgegangen war eine Bestandsaufnahme der angebotenen Stellen, die das MGF im Vorfeld von den Firmen abgefragt hatte. In einem zweiten Schritt wurden die zu besetzenden Ausbildungsplätze oder Dualen Studiengänge an die Schüler weitergegeben. Daraufhin konnten diese sich – zeitlich getaktet – für die Bewerbungsgespräche anmelden. So kam es, dass oft mehrere Vorstellungsgespräche von manchen Schülerinnen und Schülern an einem Vormittag geführt werden konnten. Der Vorteil für die Firmen und ihre Personalchefs und die Interessenten: Alles war unter einem Dach.

„Wir hatten sehr interessante Gespräche. Die Bewerber waren gut vorbereitet und nicht wenige wurden zu einem finalen Gespräch ins Unternehmen eingeladen. Wir kommen nächstes Jahr gerne wieder!“, so ein Resümee eines Personalverantwortlichen einer führenden Kulmbacher Firma. Gelobt wurde vor allem auch die hervorragende Organisation und Kommunikation des Bewerbungstages am MGF.

Dieter Schaar, als weiterer Stellvertreter des Landrats, hob gleichfalls die exzellente Konzeption der Schule hervor und bat um eine Fortführung dieser wichtigen Veranstaltung. „Ideal wäre eine Fixierung dieses Bewerbungstages als fester Bestandteil im Ablauf eines Schuljahres“, führte ein Vertreter der heimischen Wirtschaft die Wunschliste der Unternehmer fort. „Schön wäre es, wenn dann sogar noch mehr Schülerinnen und Schüler aller weiterführenden Schulen in Kulmbach daran teilnehmen würden.“

„Die Bewerbungsgespräche waren ganz locker und sympathisch“, zieht ein Schüler seine persönliche, positive Bilanz des Vormittags. „Ich wurde sofort zum Praktikum eingeladen, und wenn es mir gefällt, dann darf ich gleich meinen Ausbildungsvertrag unterschreiben.“ Und ein anderer Bewerber ergänzt: „Ich hatte drei gute Bewerbungsgespräche in knapp zwei Stunden. Die Gesprächsatmosphäre war immer sehr angenehm und viel lockerer als ich es gedacht hatte.“

Frank Lindner, der als Leiter der Personalabteilung Töpfer Kulmbach GmbH und einer der Unternehmensvertreter einer international agierenden Firma maßgeblich den Bewerbertag am MGF unterstützt hatte, zeigt sich von dieser neuen Art der Sichtung von künftigen Mitarbeitern begeistert. Für ihn ist es ein idealer Weg, die Ressourcen an hervorragendem Schülerpotential auch für die Zukunft gezielt anzusprechen.

Und Schulleiter Pfadenhauer ergänzt abschließend programmatisch: „Wir jammern immer viel zu viel über den Weggang von guten Leuten nach der Schulausbildung. Deshalb ist dieses Modul, das in Form des Bewerbungstages ab diesem Jahr angeboten werden soll, genau einer der Aktivposten, um eine regionale Bindung und eine Identifikation unserer Schülerklientel mit unserer Heimat frühzeitig konkret zu unterfüttern.“


Der Bewerbungstag am MGF wird eröffnet. (v.l.n.r.: Frank Lindner, Personalabteilung Töpfer Kulmbach; Oberstudiendirektor Horst Pfadenhauer, Schulleiter MGF; Studienrat Dominik Kestel, Koordinator und Organisator der Veranstaltung)


Personalverantwortliche von Firmen und Institutionen während der Eröffnung des Bewerbertags in der Cafeteria des MGF.


MGF Kulmbach