Am Ende des dritten Semesters der Junior Ingenieur Akademie, in dessen Verlauf sich die Schülerinnen und Schüler mit dem additiven Fertigungsverfahren 3D-Druck beschäftigt haben, stand ein Besuch der Fraunhofer Projektgruppe Prozessinnovation in Bayreuth an.

Nach einer kurzen Begrüßungsrunde durch Herrn Dr.-Ing. Rosemann und Herrn Prof. Dr.-Ing. Döpper erfolgte zunächst die obligatorische Sicherheitsunterweisung.

Anschließend erläuterte uns Herr Rosemann wer Fraunhofer Gesellschaft eigentlich ist und woran an den über ganz Deutschland verteilten Standorten geforscht wird. Beeindruckend war die Liste an Kunden, die von der Bayreuther Prozessgruppe bereits profitieren konnten. Es folgte eine kurze Übersicht, welche Ingenieurstudiengänge an der Universität Bayreuth belegt werden können und welche Masterstudiengänge angeboten werden.

Danach ging es ins Technikum, dem Fertigungslabor des Instituts. Dort war ein eigener Bereich für uns reserviert und unsere Tagesaufgabe lag direkt vor uns: der Elefantenschädel aus der Biologiesammlung des MGF, der durch die jahrzehnte Lagerung langsam beginnt zu zerbröseln sollte digitalisiert werden. Für solche 3D Scanaufgaben steht im Technikum ein hochpräziser 3D Scanner mit einer Auflösungsgenauigkeit von 2/100 mm zur Verfügung.

Vor den Erfolg hat die Physik aber den Schweiß gesetzt: damit die Kamera des Scanners ihre räumliche Lage in Bezug auf das Scanobjekt berechnen kann, musste der Elefantenschädel über und über mit rund 5 x 5 mm großen Klebepunkten versehen werden. Aus der Verzerrung der auf den Klebepunkten aufgedruckten Kreisen zu Ellipsen kann der an die Kamera angeschlossene Rechner schließlich die Position der Kamera während der Aufnahme bestimmen.

Nun musste also Bild für Bild rund um den Elefantenschädel aufgenommen werden. Dabei zeigten unsere Schüler großen Eifer und wechselten sich an der Kamera und am Rechner ab.

Kurz nach Mittag waren dann alle nötigen Aufnahmen gemacht und es stand ein Mensabesuch an. Beim kurzen Spaziergang über das Unigelände lernten die Schüler den Campus der Bayreuther Uni von vielen seiner schönen Seiten kennen.

Nach dem Mittagessen ging es dann in den Rechnerraum des Instituts im Gebäude der angewandten Naturwissenschaften. Nun stand das Nachbearbeiten der gewonnenen 3D Daten auf dem Stundenplan. Da die für die Aufnahme benötigten Aufkleber Löcher auf der digitalen 3D Repräsentation des Elefantenschädels hinterließen mussten diese zunächst mit Hilfe der Inspektionssoftware markiert und anschließend geschlossen werden. Das Gleiche gilt für Bereiche des Scans, die von der Kamera nicht einsehbar waren und daher ebenfalls Lücken in der Oberfläche aufwiesen. Hier war also viel Handarbeit angesagt.

Nach rund 90 Minuten Klicken und digitalem Drehen des Elefantenschädels war es dann auch schon wieder Zeit für die Heimreise. Wir bedanken uns bei allen Mitarbeitern der Fraunhofer Projektgruppe Prozessinnovation in Bayreuth für einen erlebnisreichen Tag und der gebotenen Möglichkeit für unsere Schülerinnen und Schüler mit eigenen Händen ein Verfahren aus dem Bereich Industrie 4.0 durchführen zu können.


Wolfgang Lormes