Premiere am Markgraf-Georg-Friedrich-Gymnasium Kulmbach: Erfolgreicher Start des Schulwettbewerbs „Jugend debattiert“

Kulmbach – Zum ersten Mal fand am Mittwoch, den 20. Januar, am Markgraf-Georg-Friedrich-Gymnasium Kulmbach der verbale Argumentationswettkampf des renommierten und bundesweit ausgerichteten Schülerwettbewerbs „Jugend debattiert“ der gemeinnützige Hertie-Stiftung statt. Die gelungene Premiere zeigte eindrucksvoll, wie lebendig, sachlich fundiert und engagiert demokratische Debatten bereits im jungen Erwachsenenalter geführt werden können.

Insgesamt 16 Schülerinnen und Schüler der 9. Jahrgangsstufe traten in zwei Vorrunden gegeneinander an und setzten sich mit gesellschaftlich relevanten Fragestellungen auseinander. Dabei ging es um die Streitfrage zur Abschaffung des Kupfergeldes sowie darum, ob eine generelle Dienstpflicht für Jugendliche eingeführt werden soll. Die Debatten waren geprägt von freien Reden, klar strukturierten Argumenten, überzeugender Begründungen und einem respektvollen Umgang mit unterschiedlichen Meinungen – auch dann, wenn die Wortgefechte mitunter hitzig geführt wurden.

Dem eigentlichen Wettbewerb auf Schulebene ging Anfang Januar eine Jurorenschulung voraus, an der Schülerinnen und Schüler der 9. und 11. Jahrgangsstufe freiwillig teilnahmen, um sich offiziell als Jurymitglieder ausbilden zu lassen. Sie übernahmen zusammen mit den ebenfalls hierfür geschulten Lehrkräften die verantwortungsvolle Aufgabe, die Debatten nach den offiziellen Kriterien von „Jugend debattiert“ zu bewerten. Dabei standen insbesondere die Sachkenntnis, Überzeugungskraft, Gesprächsfähigkeit und das Ausdrucksvermögen der Debattierenden im Fokus. Durch diese intensive Vorbereitung wurde ein fairer und transparenter Wettbewerbsverlauf sichergestellt und zugleich auch bei den Jurorinnen und Juroren ein vertieftes Verständnis für demokratische Diskussionsprozesse gefördert.

Den Höhepunkt der Veranstaltung, zu der durch einen Elternbrief die gesamte Schulfamilie herzlich eingeladen war, bildete das Finale, in dem die vier verbliebenen Debattierenden, die sich durch ihre überdurchschnittlichen Auftritte in den beiden Vorrundendebatten für das Finale qualifiziert hatten, die Frage erörterten, ob für die Nutzung eines E-Scooters eine Führerscheinpflicht eingeführt werden soll. Vor großem Publikum entwickelten sich über insgesamt 24 Minuten anspruchsvolle Wortgefechte auf hohem Niveau, die sowohl inhaltlich als auch rhetorisch überzeugten.

Am Ende konnte sich Magdalena Käß durch einen herausragenden Gesamtauftritt den 1. Platz sichern. Johann Spörrer belegte Platz zwei, dicht gefolgt von Konstantinos Dimopoulos als Dritter. Peter Prohaska komplettierte das starke Teilnehmerfeld auf Rang vier. Die Siegerehrung wurde durch die Anwesenheit von Schulleiter OStD Horst Pfadenhauer besonders gewürdigt, der den Teilnehmenden zu ihren Leistungen gratulierte, die Urkunden überreichte und die Bedeutung von Projekten wie „Jugend debattiert“ für die Persönlichkeitsbildung und die demokratische Kultur an Schulen hervorhob. Für den Regionalentscheid in Münnerstadt im Februar sind damit Magdalena Käß und Johann Spörrer fest qualifiziert; Konstantinos Dimopoulos und Peter Prohaska werden sie als Ersatzkandidaten begleiten.

Mit dem erstmals durchgeführten Schulwettbewerb hat das Markgraf-Georg-Friedrich-Gymnasium Kulmbach einen wichtigen Schritt in der Förderung von Argumentationsfähigkeit, Meinungsbildung und respektvollem Austausch gemacht. Ergänzend ist hervorzuheben, dass die Debatte nun auch als neues Schulaufgabenformat in der 9. Jahrgangsstufe eingeführt wurde. Damit wird die gelebte Streitkultur auch außerhalb der freiwilligen Teilnahme am Wettbewerb „Jugend debattiert“ dauerhaft im Unterricht verankert und die Fähigkeit der Schülerinnen und Schüler gefördert, sich sachlich, überzeugend und respektvoll mit unterschiedlichen Positionen auseinanderzusetzen. Die Schulfamilie blickt stolz auf die gelungene Veranstaltung zurück und wünscht den qualifizierten Schülerinnen und Schülern viel Erfolg beim Regionalentscheid in Münnerstadt.

 Tristan Wunderlich, StR