Münnerstadt – Nachdem im Januar der schulinterne Wettbewerb „Jugend debattiert“ der gemeinnützige Hertie-Stiftung am Markgraf-Georg-Friedrich-Gymnasium Kulmbach die besten Debattantinnen und Debattanten der Schule gekürt hatte, hieß es nun: Bühne frei für die nächste Ebene. Beim Regionalentscheid des Verbundes Oberfranken – Unterfranken Ost in Münnerstadt stellte sich die MGF-Delegation der Konkurrenz. Mit einem überragenden zweiten Platz im Gepäck kehrte Magdalena Käß zurück – und sicherte sich damit das Ticket für das Landesfinale in der Landeshauptstadt.
Die Erwartungen waren hoch, als die MGF-Schulsiegerin des Magdalena Käß gemeinsam mit Konstantinos Dimopoulos und Helene Zenker aus der 9. Jahrgangsstufe, die ihr als kompetente Vertretungen bereitstanden, am 11. Februar die Reise nach Münnerstadt antrat. Dort trafen sie auf eine starke Konkurrenz: Insgesamt 14 weitere Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Sekundarstufe I von verschiedenen Gymnasien der Region waren angereist, um in zwei Vorrunden die besten Rhetoriker unter sich auszumachen. Vor Publikum entwickelten sich über jeweils insgesamt 24 Minuten pro Debatte anspruchsvolle Wortgefechte auf hohem Niveau, die sowohl inhaltlich als auch rhetorisch überzeugten.
Vorrunden auf hohem Niveau: Von Versicherungen und Insekten
In den Vorrundendebatten ging es bereits ordentlich zur Sache. Die Themen verlangten den Schülerinnen und Schülern alles ab, da sie sowohl gesellschaftliche als auch ökologische Fragen berührten. Dabei ging es um die Streitfrage zum verpflichtenden Abschluss einer Tierkrankenversicherung sowie darum, ob für Privatgärten eine insektenfreundliche Gestaltung vorgeschrieben werden soll. Die Debatten waren geprägt von freien Reden, klar strukturierten Argumenten, überzeugenden Begründungen und einem respektvollen Umgang mit unterschiedlichen Meinungen – auch dann, wenn die Wortgefechte mitunter hitzig geführt wurden. Hier zeigte sich bereits die enorme Vorarbeit, die hinter einem solchen Wettbewerb steckt. Die Debattanten erhalten die Streitfragen zehn Tage vor dem Debattentermin. In dieser Zeit gilt es, Fakten zu wälzen, Pro- und Contra-Argumente zu gewichten und sich auf mögliche Einwände der Gegenseite vorzubereiten. Magdalena Käß bewies hierbei eine außergewöhnliche Sachkenntnis, die weit über die bloße Wiedergabe von Argumenten hinausging. Souverän und mit sicherem Auftreten setzte sie sich in den Vorrunden durch und qualifizierte sich hochverdient für das Regionalfinale.
Das Finale: „Kühler Kopf“ beim Thema WLAN
Im großen Finale unter den vier verbliebenen Debattantinnen und Debattanten stand eine Frage im Fokus, die gerade für junge Menschen im ländlichen Raum von hoher Relevanz ist: „Soll auf allen öffentlichen Plätzen in unserer Region kostenloses WLAN angeboten werden?“ Vor den Augen der Fachjury und des Publikums lieferte Magdalena einen überragenden Auftritt ab. Während die Argumente hin- und herflogen, behielt sie stets den Überblick und den sprichwörtlichen „kühlen Kopf“. Besonders beeindruckte sie dadurch, wie präzise sie auf die Argumente ihrer Mitstreiter einging und diese durch fundiertes Wissen entkräftete oder ergänzte. Ihr rhetorisches Geschick und ihre ruhige, besonnene Art der Gesprächsführung machten deutlich, dass sie das Format „Jugend debattiert“ bis ins Detail verinnerlicht hat.
Die Belohnung für diese Glanzleistung: Der 2. Platz in der Gesamtwertung der Region. Damit gehört Magdalena Käß zu den zwei besten Debattantinnen ihrer Region und qualifiziert sich direkt für das bayerische Landesfinale. Im April wird die Reise somit noch ein Stück weiter gehen – bis nach München in das ehrwürdige Maximilianeum. Dort, wo sonst die Abgeordneten des Bayerischen Landtags über die Zukunft des Freistaats entscheiden, wird Magdalena das Markgraf-Georg-Friedrich-Gymnasium repräsentieren und um den Landessieg debattieren. Sollte Magdalena auch in der Landeshauptstadt mit ihrer rhetorischen Brillanz überzeugen, winkt die Teilnahme am Bundesfinale in Berlin. Dort treten die besten Debattanten Deutschlands gegeneinander an – und das unter den Augen eines ganz besonderen Gastes: Der Bundespräsident persönlich wohnt traditionell dem Finale bei und würdigt die Leistungen der jungen Talente.
Die gesamte Schulfamilie des MGF ist stolz auf diesen Erfolg, gratuliert Magdalena sehr herzlich zu dieser Leistung und wünscht ihr für die Vorbereitungen und das Finale in München viel Erfolg und vor allem weiterhin so viel Freude am überzeugenden Argumentieren!
– Tristan Wunderlich, StR


