Am 01.04 bekamen die Schüler Dominik Müller, Ludwig Bordfeld und Thomas Henning, alle Q12, die Möglichkeit, an der Universität Erlangen einen Tag lang modernste Physik zu erleben.

Im Rahmen einer vom Netzwerk Teilchenwelt veranstalteten „International Masterclass in Particle Physics“ lauschten die drei Schüler zunächst in einem Hörsaal des Physikums der Universität einem in die Thematik einführenden Vortrag von Frau Dr. Fösel. Ausgehend von bekanntem Schulstoff über den Aufbau der Materie und dem Rutherfordschen Streuexperiment wurde aufgezeigt, dass sich bei Stoßprozessen durch die Erhöhung der Energien der stoßenden Teilchen immer genauere Aussagen über den inneren Aufbau der Materie treffen lassen.

Der nächste Vortrag, der von Frau Prof. Dr. G. Anton gehalten wurde, beschäftigte sich mit den unterschiedlichsten Detektoren, die in den Experimente des LHC (Large Hadron Collider) am CERN zum Einsatz kommen. Hier wurde bereits für die Arbeitsphase am Nachmittag, für die ein Verständnis der Wirkungsweise der Detektoren unumgänglich war, vorgearbeitet.

Nach der Mittagspause ging es dann im CIP-Pool des physikalischen Institutes weiter. Hier lernten die Teilnehmer zunächst den Umgang mit der CERN Auswertungssoftware Minerva. Anhand von anschaulichen Beispielen wurde auf die relevanten Gesichtspunkte und Messgrößen, wie „missing energy“, „Transversalimpuls“ und „auftretende Leptonenpaare im W-Pfad der Wechselwirkungen“ hingearbeitet, um die originalen CERN Daten richtig auswerten zu können.

Anschließend wurde es „ernst“, als es darum ging in Gruppenarbeit rund 1000 Originalereignisse aus CERN-Messungen zu untersuchen und Statistik über die auftretenden Ereignisse zu führen. Die somit gewonnenen Daten ließen dann einerseits Rückschlüsse über den inneren Aufbau der am Streuprozess beteiligten Protonen zu und andererseits konnte auch der ein oder andere Hinweis auf Higgs-Bosonen gefunden werden.

Um die Aussagekraft der angestellten Untersuchungen weiter zu erhöhen begab sich die Gruppe der jungen Forscherinnen und Forscher anschließend in den Videokonferenzraum des Regionalen Rechenzentrums (RRZE) der Universität. Dort wurde eine Liveschaltung zu den anderen europaweit zur gleichen Zeit stattfindenden International Masterclass aufgebaut. Die einzelnen Gruppen konnten ihre Ergebnisse in einer von zwei Mitarbeitern des CERN moderierten Runde auf Englisch diskutieren. Auch Fragen, z.B. über mögliche Schulbesuche oder Praktika/Jobs am CERN, wurden beantwortet.

Zum Abschluss der Veranstaltung erhielt jeder Teilnehmer eine Urkunde und die Aussicht auf eine Woche vollfinanzierten Aufenthalt am CERN in Genf, ausgehend von Netzwerk Teilchenwelt.

Dominik Müller, Q12